Ein Projekt sorgt bundesweit für Aufsehen: In Nordhausen holen Uniformierte junge Bürgergeldempfänger frühmorgens aus dem Bett und bringen sie zur Pflichtarbeit. Was steckt hinter dem umstrittenen Pilotversuch – und was erleben die Betroffenen wirklich?
Ein Weckruf in Nordhausen

Um Punkt sechs Uhr schellt es an der Haustür. Polizeibeamte stehen im Treppenhaus, lesen Namen von einer Liste ab und begleiten verschlafene Jugendliche zum Kleinbus. Ihr Ziel: Werkstätten, Bauhöfe und Grünanlagen, in denen die jungen Bürgergeldempfänger ihre „Arbeitsstunden“ ableisten sollen. Noch nie hat ein deutscher Landkreis derart öffentlichkeitswirksam durchgegriffen.
„Es war wie ein Schock“, erzählt ein 22-Jähriger, der plötzlich zwischen Blaulicht und Arbeitskluft landete. Doch wie kam es überhaupt zu dieser harten Linie?