Warum der Schritt gerade jetzt kommt

Dass die Maßnahme nun eingeführt wird, wirkt kaum zufällig. Wenn an stark frequentierten Orten der Eindruck wächst, dass die Lage kippt oder sich Menschen häufiger unwohl fühlen, steigt auch der Druck auf Verantwortliche, sichtbar zu reagieren. Ein Alkoholverbot ist dann eine vergleichsweise schnelle und gut erkennbare Antwort.
Hinzu kommt: Bahnhöfe sind sensible Räume. Hier treffen Pendler, Reisende, Ausgehpublikum, Hilfsbedürftige und Sicherheitskräfte auf engstem Raum aufeinander. Schon kleine Veränderungen im Verhalten einzelner Gruppen können die Atmosphäre stark prägen. Genau deshalb wird an diesen Orten besonders aufmerksam registriert, wenn die Stimmung rauer wird. Doch die eigentliche Kontroverse liegt noch tiefer.
Im nächsten Abschnitt zeigt sich, warum gerade das Argument der Wahrnehmung für so viel Diskussion sorgt.