Was steckt hinter der gefährlichen Lücke?

Deutschland gilt in vielen Bereichen als Musterknabe, doch ausgerechnet im hochsensiblen Feld der Organspende klafft ein Loch, das selbst Expert*innen sprachlos macht. Während in Umfragen rund 85 Prozent der Bevölkerung die Bereitschaft bekunden, ihre Organe nach dem Tod zu spenden, findet sich dieser Wille viel zu selten schriftlich dokumentiert. Entscheidend ist am Ende ein kleines Stück Plastik – der Organspendeausweis – oder ein Eintrag im Register.
Fehlt beides, müssen in der intensivsten Stunde Angehörige entscheiden. Unter Schock, oft ohne je darüber gesprochen zu haben, lehnen viele ab. Die Folge: Operationssäle bleiben dunkel, lebensrettende Organe werden beerdigt, bevor sie helfen können.