Die verborgene Gruppe der „arbeitenden Bedürftigen“

Weit unterhalb des Radars der Empörung wächst eine stille Mehrheit: Hunderttausende Menschen in Voll- oder Teilzeit, die trotz Job zusätzlich Bürgergeld brauchen, um Miete und Lebensunterhalt zu finanzieren. Für diese Aufstocker wird die Gleichung immer absurder: Sie leisten Beiträge, zahlen Steuern – und gelten doch als „Sozialfall“.
Trotz routinemäßiger Anpassungen bleibt der Regelsatz 2026 eingefroren. Wer schon jetzt knapp kalkuliert, rutscht unweigerlich tiefer in die Statistik. Und genau hier entsteht das Paradoxon: Je mehr Menschen arbeiten, ohne davon leben zu können, desto stärker wirkt die Mär vom „Sozialschmarotzer“ – obwohl das wahre Problem längst ein arbeitspolitisches ist.