Die Nacht, die keiner verschlief

Je dunkler es wurde, desto größer wurde die Einsatzkulisse: Feuerwehrleute leuchteten verwinkelte Wege aus, Drohnen tasteten den Park per Wärmebild ab. Selbst die angrenzenden Festungswälder und die Steinerne Rinne wurden in die Fahndung einbezogen. Anwohner harrten an Fenstern aus, in der Hoffnung, ein wichtiger Blick könnte helfen.
Doch jede Stunde ohne Spur machte die bange Frage greifbarer: Wo hält sich ein Neunjähriger allein in der Nacht auf? Die Einsatzleitung weitete den Radius bis hinunter zur Itz aus, kontrollierte leerstehende Schuppen und Gartenlauben. Dennoch blieb das Signal der Hoffnung schwach – und der Morgen graute ohne Erfolgsmeldung.