Als das Pferd starb – plötzlich brechen die Tränen los

R. schildert, wie das Tier vor zwei Jahren unerwartet verendet sei. „Sie saß stundenlang neben dem Kadaver, wie versteinert“, sagt er mit belegter Stimme. Im selben Moment vergräbt Gina H. ihr Gesicht in den Händen. Sie schnieft, schüttelt den Kopf, Taschentücher rascheln. Für Sekunden herrscht erschütternde Stille im Saal; selbst der sonst so nüchterne Protokollführer blickt auf.
Dann hebt sie den Kopf, Tränen laufen ihr über die Wangen. Das Publikum sieht eine Frau, die bisher regungslos geschwiegen hatte, nun weinend und sichtbar getroffen. Die Verteidigung ergreift kurz das Wort, bittet um eine Unterbrechung – doch der Richter winkt ab: Die Szene soll protokolliert werden. Emotionen, so macht er klar, seien Teil der Wahrheitssuche.