Nächte voller Sirenen
Sirenen zerreißen die Dunkelheit im Fünf-Minuten-Takt. Einsatzkräfte klopfen an Türen, wecken Familien, dirigieren langgezogene Autokolonnen ins Ungewisse. Tankstellen sind überfüllt, Rücklichter reihen sich wie Lichterketten in die Ferne. Wer nur Handyladekabel und Haustier im Arm hält, hat Glück; andere schleppen Fotoalben, Gitarren oder das Surfbrett, das gestern noch am Strand lag.
Währenddessen schlägt die Politik Alarmstufe Rot. Krisenstäbe funken rund um die Uhr zwischen Hauptstädten und Regionalverwaltungen, doch jede neue Meldung toppt die vorherige: Winddrehung aus Nordwest, Funkenflug über die Brandschneise, Aufflammen an einer neuen Front. Löschflugzeuge kreuzen in Serie, doch selbst ihre gewaltigen Wasserladungen wirken wie Nadelstiche gegen den Feuerstrom.