Warum ausgerechnet ein Porträt so viel erzählen kann

Ein Kanzlerporträt ist immer mehr als eine bloße Abbildung. Es steht für Stil, Deutung und auch für die Frage, wie eine Amtszeit später gesehen werden soll. Gerade bei Angela Merkel dürfte das Interesse daran groß sein, wie sie künstlerisch eingefangen wird – sachlich, nahbar, staatsmännisch oder mit bewusster Distanz.
Die Nachricht lebt deshalb nicht nur vom Ort, sondern auch von der Idee dahinter: Eine Politikerin, die oft für Kontrolle, Zurückhaltung und Nüchternheit stand, wird nun selbst zum Gegenstand künstlerischer Interpretation. Das verleiht dem Ganzen eine fast leise Dramatik. Denn während politische Entscheidungen diskutiert werden, behauptet ein Porträt etwas Dauerhaftes: So soll diese Person erinnert werden.
Doch gerade im Kanzleramt zeigt sich, dass Erinnerung nie ganz frei von Auswahl und Inszenierung ist. Und genau da bekommt der Fall Merkel eine zusätzliche Ebene.