Die eigentliche Pointe der Merkel-Rückkehr

Der Reiz der Meldung liegt in ihrer doppelten Lesart. Die Überschrift klingt zunächst nach einem spektakulären Comeback ins Machtzentrum. Tatsächlich aber ist die Rückkehr viel stiller – und vielleicht gerade deshalb umso eindrucksvoller. Angela Merkel kommt nicht zurück, um Politik zu machen. Sie kehrt zurück, weil sie längst selbst ein Kapitel deutscher Geschichte geworden ist.
Genau darin steckt die Auflösung dieser Geschichte. Nicht ein neuer Anfang steht im Mittelpunkt, sondern die Verwandlung einer ehemaligen Regierungschefin in ein Erinnerungsbild des Staates. Merkels eigener Satz bringt es am klarsten auf den Punkt: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird.“ Im Kanzleramt wird aus diesem Gefühl nun ein offizieller, sichtbarer Zustand – festgehalten auf Leinwand.