Ein Bekannter der Angeklagten rückt im Prozess um den gewaltsamen Tod von Fabian erneut in den Mittelpunkt. Vor dem Landgericht in Rostock schildert der Zeuge nicht nur seine Sicht auf den Achtjährigen, sondern auch auf das schwierige Verhältnis innerhalb der Familie. Dabei geht es um Erinnerungen, Andeutungen und Aussagen, die den Fall noch belastender wirken lassen.
Ein Prozess, der immer neue Abgründe zeigt

Am zehnten Prozesstag im Fall des getöteten Fabian (†8) aus Rostock rückten erneut persönliche Nachrichten, Suchverläufe und digitale Spuren in den Mittelpunkt. Vor Gericht sagte ein Kriminalbeamter aus, der das Mobiltelefon der Angeklagten Gina H. ausgewertet hatte. Dabei wurde deutlich, wie intensiv die Ermittler die Daten rekonstruierten – und welche Auffälligkeiten sie darin fanden.
Besonders ein Detail sorgte für Aufmerksamkeit: Am Tag nach der Trennung von Fabians Vater soll Gina H. im Internet nach Möglichkeiten gesucht haben, ein Testament zu verfassen. Später ließ sie sich laut Aussage des Beamten von ChatGPT einen entsprechenden Text erstellen.
Die Trennung von Matthias R., Fabians Vater, soll für Gina H. eine große Rolle gespielt haben. Laut Anklage soll sie eifersüchtig gewesen sein und gehofft haben, die Beziehung retten zu können. Acht Wochen später waren beide wieder ein Paar. Doch vor Gericht ging es nun zunächst um einen Mann, der die Angeklagte seit Jahren kannte.