Ein Satz über den Wald wird später besonders brisant

Im weiteren Verlauf ließ der Richter zusätzliche Sprachnachrichten abspielen. In einer davon sprach Gina H. über ihr Verhältnis zu Fabian und erklärte: „Ich hab mich immer bemüht, Fabian so gut es geht auf die richtigen Spuren zu bringen. Wenn ich mit ihm alleine war, hat es gut funktioniert. Fabian ist kein einfaches Kind und der hat viel Mist gemacht und betrieben. Viele Probleme gemacht in meiner Beziehung. Aber naja, da will ich ihm nicht so einen großen Vorwurf machen.“
Dann ging es um einen Ort, der später im Verfahren eine zentrale Bedeutung bekam. Erik W. erinnerte sich, dass er Gina H. wegen Medienberichten zu Suchmaßnahmen befragt hatte. Dabei sei es auch um den See und den Wald gegangen. Auf die Frage des Richters, ob er sich an ihre Antwort erinnere, sagte der Zeuge: „Irgendwas mit Wasserleichen, dass die keine DNA-Spuren haben. Den genauen Wortlaut kann ich nicht wiedergeben.“
Besonders auffällig war eine Sprachnachricht vom 13. Oktober um 15.15 Uhr. Gina H. sagte darin: „Ja, das mag bei euch so sein, aber Fabian ist in seinem Leben noch nie hier irgendwo im Wald gewesen, nicht mal wo er kleiner war. Vor allem nicht zwischen Zehna und Breesen. Der ist auch noch nie Bus gefahren, totaler Bullshit. Fabian war in den Sommerferien zuletzt hier, da war er einen Tag da.“
Einen Tag später wurde Fabians Leiche genau in jenem Waldstück gefunden, von dem Gina H. zuvor gesagt hatte, dass der Junge dort nie gewesen sei.